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Nathalie versucht, eine ärztliche Verordnung umzusetzen…

Posted by Nathalie on 22. Februar 2012 in Allgemein

Meine Ärztin hat mir eine Jahresverordnung für einmal wöchentlich Funktionstraining verpasst (isch hab Rücken!)…damit bin ich erst einmal ganz blauäugig in die Krankengymnastik-Praxis gegenüber gegangen (man kennt sich). Nein, die machen sowas nicht und in dieser Stadt macht sowas nach deren Wissen auch nur der im Nachbardorf im Gewerbegebiet….ok..das wäre 5 – 6 km und ich habe kein Auto …normalerweise für mich zu Fuß auch kein Problem die Strecke, aber bitte nicht einmal wöchentlich nach Feierabend 12 km (hin und zurück) plus Training.

Ich rufe meine Krankenkasse an, vielleicht wissen die, wo es noch geht …um 16:38 Uhr teilt mir der AB mit, dass ich außerhalb der Öffnungszeiten anrufe.

hm..ok…dann die große Servicehotline. Ich rufe die überregionale Hotline an. Nein, die Dame sitzt in Sachsen-Anhalt und kann mir auch nicht weiterhelfen. Immerhin stellt sie fest, dass für mich eh die nächste Großstadt zuständig ist und mein Heimatort – warumauchimmer…sie wunderte sich auch, meint aber, ich solle dort anrufen, die wären bis 17 Uhr da und gibt mir eine 14-stellige kostenfreie Nummer.

Ich rufe  dort an…Es ist 16:48 Uhr und der AB erzählt mir *sie rufen außerhalb unserer Öffnungszeiten an*….*hmmmmpf*…Tante aus Sachsen-Anhalt sagte doch…egal… Ich suche mir kürzere globale Hotline aus Braunschweig selbst raus und versuch es da….*sie rufen außerhalb unserer Öffnungszeiten an*.

Ich unterdrücke einen Schreikrampf und bemühe Google nach *Funktionstraining* und meinem Ort. Prima, ein Studio hier bietet das auch an…ist zwar auch eine Ecke weg, aber eine nette Strecke fürs Fahrrad…ginge…

Ich rufe dort an *ja machen wir, aber das führen wir nur in zwei Dörfer weiter durch* …Doll! 8 km einfache Tour und eine lausige Busverbindung. Sie gibt mir die Telefonnummer dieser Außenstelle. Sie bedauert, sonst mache das niemand hier.

Ich rufe in meiner Arztpraxis an und nörgele die Sprechstundenhilfe voll, dass die Nummer hier nicht durchführbar ist, weil nicht erreichbar ohne Auto und nach Feierabend mit Öffis auch nicht mehr unter zwei Stunden Zeitaufwand incl. Fahrt. Sprechstundenhilfe hat Verständnis, ich soll noch mal wiederkommen und das mit der Ärztin besprechen.

Meine Tochter überredet mich, doch erstmal zwei Dörfer weiter anzurufen, wenn die das Freitag nachmittag oder abends anbieten, ginge das doch, da hätten wir ja ein Auto. Ok, Tochter hat Recht…ich rufe dort an und erfahre, dass es in der Woche bis 18 Uhr möglich ist – und Freitags bis 12 Uhr! Mist… Aber die gute Frau meinte noch *Die Rheumaliga bietet das auch an, das ist näher bei Ihnen dran* …Rheumaliga?? Vor meinem geistigen Auge zieht eine Armada Senioren jenseits der 70 auf…ach quatsch, auch junge Leute haben Rheuma und außerdem kann es mit älteren ja auch sehr lustig werden…

Wieder Google….ich stelle fest, dass die Rheumaliga sehr gut von der Arbeit aus für mich erreichbar wäre…na also…ich greife wieder zum inzwischen rotglühenden Telefonhörer und wähle dort an. Wieder erwische ich einen Anrufbeantworteter…. und erfahre, dass ich Montags von 15-18 Uhr dort anrufen kann und Mittwochs von 9-12 Uhr. Ein paar Tage später habe ich endlich die Rheumaliga erreicht: Die bieten Training an zwei Orten an, der eine ist jwd, der andere in der Nähe meiner Arbeit. Also am zweiten Ort angerufen: nur Vormittagstermine frei!

Wieder Ärztin konsultiert…und die meint, das machen hier noch viel mehr und gibt mir eine Liste mit: Von 12 Adressen hatte ich eine bereits kontaktiert (Rheumaliga und da gehts nur vormittags), eine weitere bietet nur Kindertraining an, die dritte ist nur für Morbus Bechterew Patienten und sechs Adressen sind auf umliegenden Dörfern.

Bleiben mir noch drei Adressen….den einen Sportverein erreiche ich Mittwochs zwischen 16 und 19 Uhr und Freitag zwischen 10 und 13 Uhr. Allerdings wäre da die Trainingszeit und -ort gut (falls die Angabe auf der Homepage stimmt), nämlich Donnerstag 17-18 Uhr in einer gut gelegenen Halle – direkt von der Arbeit aus gut zu erreichen, auch von der Zeit her. Dann ist auf meiner Liste noch ein weiterer Sportverein, wo ich die Trainerin selbst anrufen muss (also am besten Abends), dort wäre das Training Mittwoch zwischen 20 und 21 Uhr (blöde Uhrzeit *g*) und der Kneipp-Verein …da habe ich nur eine Telefonnummer und keine Ahnung wann ich da anrufen kann und wo ich dann anrufe…

Heute dann Anruf beim ersten Verein, es war schließlich Mittwoch zwischen 16 und 19 Uhr. Niemand nimmt ab. Ich rufe meinen Vater an, der mischt da schließlich mit in dem Verein…er hat auch keine Ahnung, wann die Geschäftsstelle geöffnet hat, da hätte ihn schon ein Kollege bei der Zeitung nach gefragt und die Homepage wäre seit zwei Jahren nicht aktualisiert worden. Genial…aber er würde doch wen kennen, der weiß wann da geöffnet ist??? Ok, er kümmert sich drum.

Den Kneipp-Verein erreiche ich, aber der macht das auch zwei Dörfer weiter…also auch runter von der Liste…dann habe ich eben noch die zwei Sportvereine…

Fortsetzung folgt…ich bin ja erst seit 2,5 Wochen auf der Suche…

 
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Ein herbstlicher Abend…

Posted by Nathalie on 8. November 2011 in Allgemein

Wir haben Karten für eine Lesung. Christoph Maria Herbst liest in Hannover im Theater am Aegi aus seinem Buch „Ein Traum von einem Schiff“. Ich hatte das Buch und eine Karte im Juli meiner Mutter zum Geburtstag geschenkt und eine Karte für mich dazu gekauft.

Nun sollte es also soweit sein, am 7. November steigen meine Mutter und ich ins Auto und fahren nach Hämelerwald. Dort stellen wir das Auto ab, um mit der Bahn nach Hannover zu fahren. Planmäßig würden wir dann um 19:07 Uhr in Hannover sein, um 20 Uhr beginnt die Lesung…das ist mehr als genug Zeit für den Fußweg vom Bahnhof zum Aegi, wir würden sogar vorher noch ein Schlückchen trinken können.

Das Unternehmen klappt auch bis Lehrte…dann stehen wir.

Nach ein paar Minuten kommt eine Durchsage, dass wir wegen eines dringenden medizinischen Notfalls im Zug ein paar Minuten Aufenthalt hätten, wir würden auf einen Krankenwagen warten. Diese Durchsage überrascht mich auf Grund ihrer ausführlichen Erklärung, normalerweise läuft auch sowas bei der Bahn noch unter technischer Störung.

Wir stehen…ein Krankenwagen kommt an…wir stehen und stehen und stehen. Unsere Spekulationen schwanken zwischen positivem Denken („Vielleicht bekommt da gerade eine Frau ein Kind“) und tiefster Schwarzseherei („Vielleicht hat da einer einen Herzinfarkt und die müssen ihn erst reanimieren, bevor sie ihn in den Krankenwagen umladen können“). Der Zeiger der Uhr rückt erbarmungslos Richtung Lesungsbeginn. Langsam werden die Aussichten mau, dass wir pünktlich da sein werden.

Mit mehr als einer halben Stunde Verspätung rollen wir wieder an. Wird knapp, aber wir können es schaffen…kurz vor Hannover Hauptbahnhof: Der Zug steht. Durch unsere Verspätung müssen wir warten bis das Gleis wieder frei wird, denn um diese Zeit rollt nun mal der dickste Berufsverkehr. Endlich stehen wir im Bahnhof und die Türen öffnen sich…

Wir streben Richtung Ausgang am Ernst-August-Platz, was zum Nahkampf wird, weil eigentlich alle anderen Leute zum Feierabend in den Bahnhof reinwollen und uns entgegenkommen.

Geschafft! Wir stehen vor dem Bahnhof…schauen auf die Uhr, schauen uns an und schauen nach links: Taxen!! Ein kurzer Blickwechsel, ein Nicken und im Laufschritt entern wir die erste und bitten um die kurze Fahrt zum Aegi. 20 Uhr kommt immer näher…der Taxifahrer ist ein lustiger älterer Herr, wir vermuten italienische Abstammung, der die ganze Fahrt dermaßen mit uns flirtet und scherzt, dass wir nach wenigen Minuten mit Lachtränen in den Augen wieder aus dem Taxi krabbeln.

Geschafft!! Sogar noch 5 Minuten vor Beginn! Wir ahnen zu diesem Zeitpunkt aber nicht, dass da noch was kommt…

Wir betreten das Theater und flitzen, nachdem unsere Karten entwertet (also durchgerissen) wurden, zielstrebig auf die Spinde zu, um unsere Jacken zu verstauen. Wir werfen einen Euro ein und schließen ab. Ich greife in meine Tasche, um das Handy auszuschalten und stelle fest, dass es in meiner Jackentasche ist – im Spind… und laut! Ich öffne den Spind wieder, fische mein Handy aus der Jackentasche und suche den Pfand-Euro…nix Pfand – der Spind ist ein Sparschwein und ich muss einen weiteren Euro investieren.

Nichts wie rein auf unsere Plätze. Unsere Reihe 19 ist schon bis kurz vor die Mitte besetzt. Als alle schon aufstehen wollen, um uns durchzulassen, werde ich misstrauisch: in der Mitte steht nämlich über drei Reihen ein Holzaufbau, in der Breite über bestimmt 10 Plätze.

Ich gehe in der Reihe davor, die noch leer ist, bis zur Mitte und gucke: Mein Platz ist haarscharf neben der Holzkante, der meiner Mutter unter der Holzkonstruktion.

Also wieder raus und zum Kartenabreißer am Eingang. Wir erhalten von ihm die Info „Warten Sie einfach, bis es anfängt“. Meine Mutter guckt ihn milde lächelnd an: „und dann löst sich der Holzaufbau in Luft auf?“

„Nein, dann gucken Sie, wo noch was frei ist und setzen sich dorthin“

„Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?“ wage ich nachzufragen, worauf er uns an die Kasse verweist „Vielleicht können die was für sie tun“.

An der Kasse kann man. Ohne großes Aufheben greift man sich dort unsere Karten, streicht Reihe 19 durch und schreibt von Hand Reihe 9 und neue Plätze darauf. Wir verbessern uns auf einen Schlag um bestimmt 10,- Euro.

In dem Moment, in dem wir endlich in unsere Sitze plumpsen, betritt auch schon Christoph Maria Herbst die Bühne und es geht los…

Zu der Lesung selbst schreibe ich später noch was :)

 
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Sänk ju vor träwelling…

Posted by Nathalie on 5. August 2011 in Allgemein

Ich bin heute von Stuttgart nach Braunschweig gefahren…mit der Bahn.

Letzten Montag bin ich von Braunschweig nach Stuttgart gefahren, aber jene  Fahrt verlief relativ reibungslos, zumindest  wenn man bedenkt, dass wir eben von der Deutschen Bahn sprechen. Wir mussten lediglich irgendwo hinter Kassel mitten in der Botanik parallel zu einem anderen  – liegen gebliebenen – ICE  anhalten, um ihn zu evakuieren. Rechts runter 5 m Böschung, links runter 5 m Böschung und oben auf den beiden Gleisen verband man die beiden ICE mit Hilfe von Rampen, um mit 500 Fahrgästen aus dem liegen gebliebenen Zug unseren, schon ziemlich vollen, ICE zu fluten. Das brachte aber außer 35 Minuten Verspätung lediglich zwei weitere ungeplante Stopps mit sich, um die gestrandeten Fahrgäste wieder los zu werden. Diese bekamen übrigens als Wiedergutmachung noch ein Gratisgetränk in unserem Boardrestaurant und einen „Geschenkgutschein“. Da das Boardrestaurant ziemlich schnell den Überblick verlor, bekamen alle Zugreisenden ihre Getränke gratis…

Heute dann die Rückfahrt, von der ich eigentlich erzählen will…

Unsere Schulung war so zeitig zu Ende, dass ich mit einer Kollegin beschloss, schon eine Stunde eher zurückzufahren. Eine weitere Kollegin schloss sich uns noch an, sie musste allerdings nur bis nach Frankfurt mit, da sie noch eine weitere Reise plante. Die letzten beiden beschlossen, erst noch Mittag zu essen und wie geplant eine Stunde später zu fahren.

Als wir am Stuttgarter Bahnhof sind, beglückwünschen wir uns zu dieser Entscheidung, denn dieser  ICE eine Stunde vor unserem geplanten würde durchfahren bis Braunschweig während wir bei dem geplanten Zug eine Stunde später hätten in Mannheim umsteigen müssen. Ich sollte noch betonen, dass wir Freitagnachmittag haben und das Passagieraufkommen entsprechend hoch ist.

Nur leider erscheint plötzlich auf der Anzeigetafel der Hinweis, dass eben dieser ICE ausfallen würde auf Grund einer technischen Störung …nun weiß der erfahrene Bahnreisende, dass sich hinter dem Begriff „technische Störung“ bei der Bahn so ziemlich alles verbergen kann  – aber dazu schreib ich später noch mehr…

1. Auskunft: Wir fragen in der „DB-Lounge“ nach und erfahren, dass ein IC als Ersatz fahren würde und wir in Mannheim und später in Frankfurt umsteigen müssten. Na gut…wenn es denn so sein soll. Rauf auf Gleis 10, auf dem sich die Reisenden bereits dicht an dicht drängeln.

2. Auskunft: Unsere Kollegin, die nur bis Frankfurt will, wird misstrauisch „ich habe da eben so was gehört wie *der fährt  nicht nach Frankfurt*. Ich frag noch mal“. Sie erwischt einen Bahnmitarbeiter auf dem Bahnsteig, der ihr erzählt, dass der Zug in Mannheim umetikettiert wird (wir also doch nicht umsteigen müssen),  dann nach Frankfurt weiterfährt und dann durch bis Braunschweig. Der gleiche Zug durch bis Braunschweig?? Klasse! Wir würden die ganze Zeit in einem Zug bleiben können.

3. Auskunft: Wir erwischen Plätze gleich vorne im IC direkt im ersten Wagen, in dem auch der Führerstand ist, wodurch wir die restliche Reise direkt am Geschehen sind…das ahnten wir aber zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wir sind immer noch verunsichert und fragen einen der zahlreich in diesem Wagen rumturnenden Bahn-Mitarbeiter, wo dieser Zug langfahren würde. Er erzählt uns,  dass der Zug in Mannheim umetikettiert wird, allerdings nicht über Frankfurt Hauptbahnhof sondern nur über Frankfurt Süd fährt (Kollegin nach Frankfurt muss also doch in Mannheim umsteigen) und dann über Darmstadt (wo er wieder umetikettiert wird) bis nach Göttingen. Wo der Zug danach weiterfährt, weiß er noch nicht, aber wir nach Braunschweig können ja bis Göttingen sitzen bleiben und von da aus „irgendwie“ weiterfahren… Klasse, ich sitze in einem fahrenden Zug, der noch nicht weiß, wo er hinfährt…

4. Auskunft: Passagiere, die die Plätze vor uns haben, erzählen uns, dass sie die Info haben, dass dieser Zug durchfahren würde bis Berlin Ostbahnhof. Das wäre ihnen gesagt worden, denn da wollten sie mit ihren Fahrrädern hin.  Wir kommen nach kurzem Überlegen zu dem Schluss, dass, wenn er von Göttingen nach Berlin fährt, unsere Chancen für einen Halt in Braunschweig gut stehen.

Unsere Kollegin verlässt uns in Mannheim und entert ihren ICE nach Frankfurt. Wir bleiben sitzen und sind weiter arg misstrauisch, werden aber beruhigt mit „der Zug hier fährt doch wenigstens in die richtige Richtung“. Na schönen Dank!

5. Auskunft: Die Zugdurchsage ertönt und teilt uns mit, dass der Zug via Göttingen nach Berlin fährt, aber dass Reisende nach Braunschweig oder Hildesheim bitte auf weitere Durchsagen achten, man würde uns mitteilen, wie wir fahren müssen bzw. wann wir wohin umsteigen müssten. Klasse!

Der Zug trödelt, der IC unterschreitet noch RE-Tempo und nähert sich der Durchschnittsgeschwindigkeit einer Draisine an.

In Darmstadt halten wir wieder an…und bleiben stehen…und stehen…und stehen. Irgendwann schnappen wir aus dem Führerstand den Satz auf: „Wir haben keinen Lokführer”… Hä??. Mit mittlerweile 56 Minuten Verspätung setzt sich der Zug irgendwann wieder in Gang (offenbar hatte man einen Lokführer auftreiben können…) und die Durchsage entschuldigt sich für die Wartezeit mit der Begründung „technische Störung“.

6. Auskunft:  Auf dem Weg nach  Fulda teilt uns die Durchsage mit, dass Reisende nach Braunschweig und Hildesheim bitte in Fulda in den ICE 374 umsteigen, der dann über Kassel, Göttingen nach Braunschweig weiterfährt. Klasse! Das ist der ICE, den wir ursprünglich (eine Stunde später) nehmen wollten in Stuttgart und in dem unsere beiden Kollegen sitzen und bisher vermutlich eine völlig stressfreie Reise hatten! Die hatten uns nun trotz Aufenthalt in Mannheim eingeholt.

Plötzlich eine weitere Durchsage „Der Zugchef bitte dringend in Wagen 9 kommen, der Zugchef bitte dringend in Wagen 9 kommen“.

Hö? Muss der nicht den Zug fahren? Mit eiligem Schritt kommt eine bahnuniformierte Dame aus den Tiefen des Zuges in die Lok gewuselt und übernimmt, während der Lokführer Richtung Wagen 9 flitzt. Meine Kollegin überlegt, ob der sich nun um das verstopfte Klo kümmert…wir stellen uns den Lokführer mit Pümpel in der Hand vor und bekommen einen Lachflash.

Übers Handy kontaktieren wir die Kollegen im anderen Zug und bitten schon mal vorsorglich um Sicherung von Plätzen.

Fulda. Der Zug hält, wir steigen aus…und stehen mal wieder auf einem Bahnhof… Augenscheinlich ist um Wagen 9 herum eine Menge los, aber mehr sehen wir von vorne  aus leider nicht. Eine Zugbegleiterin erklärt uns „technische Störung“ während die stille Post der Passagiere auf dem Bahnsteig von Schlägerei und Polizei spricht.

Der IC fährt nicht wieder an. Die Reisenden werden so weit wie möglich mit einer  erstaunlichen Fürsorge durch plötzlich auftauchende zahlreiche Servicemitarbeiter zu anderen Fulda passierenden Zügen geleitet. Teilweise persönlich und mit Tür aufhalten. Auch die beiden vor uns mit ihren Fahrrädern werden umgesetzt in einen anderen ICE nach Berlin. Der IC steht und steht und steht…mal wieder. Eine ältere Dame erkundigt sich bei einem Servicemitarbeiter, ob sie mit dem nach Berlin fahren könne. Ich mische mich ein und rate ihr grinsend, in das Ding lieber nicht einzusteigen. Inzwischen müssen auch die rumstehenden Bahnmitarbeiter in Bezug auf diesen IC eine Bankrotterklärung abgeben: sie haben selbst keine Ahnung mehr, ob es weitergeht, wann und wie.

Wir warten auf unseren ICE, finden unsere Kollegen, ergattern Sitzplätze und bringen die restliche Strecke von Fulda nach Braunschweig völlig entspannt hinter uns. Während meine Kollegin überlegt, warum wir nicht gleich auf den zweiten Zug gewartet haben, dann hätten wir einen völlig stressfreien Tag gehabt, amüsiere ich mich köstlich…immerhin habe ich die ganze Zeit unterwegs schon Notizen für diesen Blog gemacht…

 

 

 

 

 

 

 
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Die moderne Kunst und ich…

Posted by Nathalie on 1. Juli 2011 in Storys

Ich habe ein ausgesprochen gestörtes Verhältnis zu moderner Kunst. Es fällt mir schwer, etwas als Kunst zu akzeptieren, was in ähnlicher Forum in tausenden von Haushalten an den Kühlschränken in den Küchen hängt, weil die Kinder des Hauses dies im Kindergarten produziert haben.

Zu Teenagerzeiten war ich auch einmal mit meinen Eltern im Sprengelmuseum (Museum für moderne Kunst) in Hannover. Allerdings nur deswegen, weil uns damals dort vor der Haustür ein Gewitterschauer überrascht hatte. Ich erinnere mich lebhaft an ein großflächiges Gemälde, an das offenbar aus einiger Enfernung Klumpen von Fingerfarbe gefeffert worden war. Mitten in den Farbklumpen pappte ein alter Turnschuh, aus dem ein Schlauch in die Farbmasse führte.

1986 begann ich meine Ausbildung in einem Braunschweiger Versicherungsbüro. Mein Chef war ein begeisterter Anhänger moderner Kunst und förderte auch junge “Talente”. Auch war er mit dem damaligen Vorsitzenden des Sprengelmuseums befreundet.

1988 begann die Erweiterung des Büros, es kamen Büroräume in der zweiten Etage zum bestehenden Ladenbüro. Diese Räume mussten erst durchrenoviert werden. Wände wurden versetzt, Kabelschächte aufgestemmt, Wände neu verputzt usw..

Als die Aufräumarbeiten begangen, ging ich durch die Räume, sammelte rumliegendes Papier ein. Mit einem “kann das auch weg?” griff ich nach einem Stück Packpapier mit Mörtelresten und feuchten Flecken.

Ein Aufschrei meines Chefs stoppte mich: “Das ist das Werk von DEMUNDDEM”. Oooops….

Stockbeleidig schnappte er sich das von mir verschmähte Kunstwerk und stapfte aus dem Haus. Wenig später hin es gerahmt und hinter Glas an der Wand. Für mich sah es immer noch aus wie eine der Unterlagen, die der Maurer hinterlassen hatte, nachdem er die Kabelschlitze wieder zugekleistert hatte…

Drei Wochen lang ignorierte ich dann ein weiteres Werk, was plötzlich auf einem der Besprechungstische lag und dem Aussehen nach vom gleichen Künstler stammte.

Irgendwann benötigte ich den Tisch und fragte meinen Chef, wann er das denn mal zum Rahmen mitnehmen würde. Er blickte mich mit einer Mischung aus Mitleid und Verachtung an…dann nahm er das “Werk” knüllte es zusammen und warf es in einen Mülleimer: “das ist doch nur Abdeckpapier”

Seitdem weiß ich, dass die moderne Kunst und ich nie Freunde werden…

 
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Im Baumarkt 27.06.2011

Posted by Nathalie on 27. Juni 2011 in Allgemein

Heute war es mal wieder soweit…ich sah mich gezwungen einen Baumarkt zu betreten, was unweigerlich wieder dazu führen würde, meine mangelhaften Heimwerkerkenntnisse zu offenbaren.

Vielleicht sollte ich erst noch die Vorgeschichte erwähnen: Das Licht in meinem Backofen ging nicht mehr! Nun weiß ich nicht, wer auf die Idee kam, das Licht in diesem Gerät hinten an der Rückfront rechts oben in die Ecke zu quetschen, war aber heilfroh, dass es keine Zeugen dafür gab, wie ich mich von links halb kniend quer über die offene Tür des Backofens bis in die rechte hintere Ecke reckte. Normalerweise reicht meine Armlänge entweder nur diagonal über die Tür oder diagonal durch den Backofen. Hier musste ich die  doppelte Distanz überbrücken, wodurch mein Oberkörper über der Tür hing, meine Schulter an den Rand des Backofens stieß und so meine Fingerspitzen die Lampe berührten. Ohne zu sehen, was ich tat (mein Kopf befand sich logischerweise in dieser Haltung oberhalb des Backofens, in Höhe der Herdplatten), drehte ich die Glasverblendung der Leuchte raus und  drehte dann an dem kleinen Glühbirnchen. Glühbirnchen wollte sich aber nicht drehen lassen…ich setzte etwas mehr Kraft ein und siehe da: mit einem Knirschen löste sich die Birne…zumindest die Birne, denn die hatte ich dann in der Hand während das Schraubgewinde derselben noch bombenfest in der Verankerung saß. Also gut, eine Zange muss her…typisch Frauenhaushalt, die einzig auffindbare Zange war eine alte Kombizange aus Opas Erbmasse. Vermutlich noch aus Kriegstagen.

Schon mal versucht, ohne etwas sehen zu können (wir erinnern uns: der Kopf und damit zwangsläufig auch die Augen befinden sich oberhalb des Backofens) eine alles andere als filigrane Zange genau SO anzusetzen, dass man es schafft, in der winzigen Fassung einen Rand des noch winzigeren Schraubgewindes so zu fassen zu bekommen, dass es sich drehen lässt? Irgendwann war ich soweit und trotz der Schwierigkeit, dass mein Arm sich nicht unbegrenzt um sich selbst drehen lässt, bekam ich durch gefühltes dreiundzwanzigmaliges Neuansetzen der Zange (mit dem bekannten Zeitaufwand bei jedem Versuch) irgendwann das Schraubgewinde aus der Fassung.

Was wollte ich nun eigentlich damit sagen? Achja, der Baumarkt!

Ich entdeckte in Angebotskörben im Mittelgang auch sofort Markenbirnen im Angebot, die genauso aussahen wie meine! Ich lieferte meinen Fund aus dem Körbchen und die alte kaputte Birne bei einem Mitarbeiter ab und fragte ihn, ob das die gleiche sei. Er guckte die alte durchgeschmorte Birne an, dann mich…dann führte er die alte Birne dicht vor seine Augen und versuchte die Beschriftung zu entziffern. Dann nahm er die neue Birne und fragte mich „Für einen Kühlschrank, ja?“ ähm…”nein…für einen Herd!” Aus seinen Blick sprach väterliche Geduld, dabei war er bestimmt 10 Jahre jünger als ich…“die hier ist für einen Kühlschrank“ Er ging zu den Körbchen und fasste in ein anderes „und die hier sind für den Herd“. Aha! „und warum hat meine mitgebrachte Birne 25 Watt und die Herdbirne hier nur 15 Watt?“  Er zögerte kurz und wanderte dann zu den Regalen – ich hinterher. Aber auch hier hatten alle  Herdbirnen 15 Watt. Ich beschloss, dass ich bei 15 Watt auch genug sehen könnte von meinem Essen und dass ich die aus dem Mittelgang nehmen würde.  Der Mitarbeiter war erleichtert.

Aber so schnell kam er mir nicht davon! Ich wollte ja noch eine Verlängerungsschnur kaufen.  Wie lang die sein soll, fragte er mich. Ach herrje….2 Meter vielleicht? Er nahm eine zwei Meter lange Verlängerungsschnur aus dem Regal „so eine oder brauchen sie eine flache?“. Flach? Ich zögerte…“ich brauch die für mein Bügeleisen“ ..ok, war vermutlich eine typische Frauenantwort, sein Blick sprach Bände: “dann ist die hier die Richtige“…aber ich hatte es mir noch einmal genau überlegt „wissen Sie, ich möchte doch 3 Meter“. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, er hat geseufzt, als er das eine Kabel wieder weglegte und mir das längere in die Hand drückte.

Ich war aber noch nicht fertig mit ihm, denn ich brauchte noch Weichen für Antennenkabel…aber das ist eine neue Geschichte…

 
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Kontaktsuche – 2. Teil (19.06.2011)

Posted by Nathalie on 19. Juni 2011 in Allgemein

Ich habe dann also mein Foto hochgeladen und musste mich dann für den Echtheitsbeweis neu fotografieren lassen. Auf dem Foto muss ich einen Zettel über meinen Kopf halten (!), auf dem groß und deutlich mein Nick steht und darunter das Tagesdatum… und vor dem Datum ein Herzchen malen und dahinter einen Stern (Kein Witz!!) Meine Tochter hat sich jedenfalls gekringelt vor Lachen als sie mich so fotografieren sollte, ich kam mir selten dämlich vor und meine Kollegin glaubte, ich wollte sie veralbern, als ich ihr das erzählte.

Das erste Bild wurde allerdings nicht anerkannt, weil das Blatt meine Haare nicht berührte…*hmmmpf*…nächstes Foto, Blatt in die Haare gesetzt, das war dann ok und ich habe meinen No-Fake-Stempel bekommen.

Danach hatte ich gleich ein Freundschaftsangebot von einem Mann, der laut Profil eine neue Frau für sich und eine neue Mami für seinen zweijährigen Sohn sucht…Dem stand nun schon prinzipiell entgegen, dass ich nur Freundschaftsanfragen von Menschen entgegennehme, die ich entweder schon lange aus Foren kenne oder persönlich.

Immerhin habe ich es so schon auf zwei Freunde in dieser Community gebracht: eine Forenbekannte und jemand aus dem Schachverein meines Sohnes.

Sicherheitshalber erweiterte ich aber nun aber den Eingangstext auf meinem Profil um den Satz

Und aus gegebenem Anlass sei mir noch der Hinweis gestattet: Nein, ich bin nicht auf Männerfang!

…nur die Walkingdame meldet sich nicht …

Dafür entdeckte ich einen anderen Vorteil dieser Community: hier wurden doch tatsächlich diese WWF-Sticker getauscht. Hier führte die Kontaktaufnahme zu mehr Erfolg!

Hochinteressant dort übrigens auch die Foren-Threads, unteren anderem:
“Zeigt mir mal eure gemachten Fingernägel”
“Selbstverteidigung mit Teleskopschlagstock,Reizgas oder Pfefferspray”
“Darf man 6 Tage in der Woche arbeiten?”

Zu meiner Verblüffung fand ich in den Profilen irgendwann den Button “Heiratsantrag machen” …*huch*…das scheint ja da schnell und problemlos zu gehen. Meine weitere Schnüffelei offenbarte mir dann, dass das rein virtuell ist (gottseidank!!) und es dort sogar ein Standesamt gibt, auf dem man andere User heiraten und sich praktischerweise auch wieder scheiden lassen kann.

Nur mit dem walken komme ich irgendwie keinen Meter vorwärts…

 

 

 
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Kontaktsuche (14.06.2011)

Posted by Nathalie on 15. Juni 2011 in Allgemein

Nein, völlig harmlos…aber mal von Anfang an…
Ich möchte gern wieder walken. Alleine kann ich mich aber nicht
aufraffen, also bemühte ich eine namhafte Suchmaschine, mir zu helfen.
Ich suchte nach Walking und meinem Heimatort und fand so die Anzeige
einer Dame, etwas älter als ich, die in einer großen Community im
Forum eine Anfrage hinterlassen hatte, in der sie auch
Mitstreiterinnen zum Walking suchte. Jut…nichts wie ran an die
Kontaktaufnahme und erst einmal in dieser Community
anmelden…vorsichtig mit einem nichtssagenden Nick und einem Minimum
an persönlichen Angaben, zumal diese Community zuletzt dank eines
Mordfalls in den Schlagzeilen war, bei dem das Opfer auch noch aus
meiner Stadt kam. Foto? Lieber erst mal nicht.

Gleich nach der Bestätigung meiner Anmeldung fand ich 10
Benachrichtigungen in meinem internen Postfach über irgendwelche
Vorgänge auf dieser Seite. Ach du lieber Himmel, mal schnell in die
Einstellungen und den Kram deaktivieren.

Rechts oben im Ticker liefen im Sekundentakt Kurzmessages der User,
die sich irgendwo auf einer Art Pinnwand sammelten. Ich merkte
schnell, dass die meisten User dort vom Alter her meine Kinder sein
könnten und bei den meisten offenbar ziemlicher Notstand herrscht.

Ich stiefelte gleich durch ins Forum – ich wusste ja, was ich da
wollte! -, antwortete auf die Walking-Anfrage…und wartete auf
Antwort….

Inzwischen sah ich mich in der Community ein wenig um. Ich stellte
fest, dass ich eine Art Statusmeldung aktivieren kann. Allerdings mit
der Auswahl

Ich suche jemanden…

…zum Feiern gehen (nicht wirklich)
…zum Küssen üben (brauch ich nicht, kann ich schon)
…über Sex zu reden (nein, der Notstand ist bei mir noch nicht ausgebrochen)
…für ein Date (kein Bedarf)
…um ein Bier trinken zu gehen (igitt!)
…usw…

Aber kein ,,Suche Sportpartner (jenseits der Matratze!)”

Also ließ ich meinen Status dann doch lieber leer. Was die dort
vertretene Männerwelt ab 40 (mein eigenes Alter erscheint dort im
Profil) aber nicht daran hinderte, sich meine Seite erst einmal
anzuschauen (die nun wirklich immer noch nichts hergibt). Trotzdem war
die Anzahl der männlichen Besucher (sie werden angezeigt) enorm.

Die Dame mit dem Walken war inzwischen online, wie ich sah, reagierte
aber nicht auf meine Anfrage, was mich erst ins Grübeln brachte, dann
aber nicht weiter wunderte: wenn ich so misstrauisch war, dann durfte
sie es doch auch sein. Kein richtiger Name bei mir, kein Bild und
keinen bestanden Fake-Check. Jepp, es gibt dort einen Fake-Check!
Vermutlich hätte ich an ihrer Stelle auch nicht reagiert…

Dafür hatte ich meine erste PN. Sie kam offenbar aus dem StarWars
Universum…  der Mann stellte sich mir als hilfsbereiter Moderator
vor und schenkte mir ein virtuelles Quietsche- Entchen

Ich grübelte…um da etwas zu erreichen, muss also mein Foto hochladen
und den Fake-Check bestehen. Wie der funktioniert, hatte mir
Chewbakkas Freund ja in seiner PN erklärt: Ich muss ein Foto
von mir hochladen und dann ein weiteres von mir machen lassen mit
einem Zettel in der Hand auf dem meine Forendaten stehen. Das Foto
schicke ich dann an die Mods und bekomme meinen grünen Stempel, dass
ich kein Fake bin…*hmpf* Das mache ich dann heute Abend mal,
vorausgesetzt, ich habe bis dahin raus, welche Daten auf den Zettel
sollen..Nickname? richtiger Name? Ort? Egal, geht schon irgendwie…

Mittlerweile hatte die Anzahl meiner männlichen Profilbesucher weiter
zugenommen und ich fand die nächste PN. Werner, 52, aus *drei-Dörfer-weiter* stellte sich mir vor…*kreiiiiisch*…ich hoffe, er wartet nicht wirklich auf
Antwort…

Ich werde mich heute Abend dann mal wieder ins Getümmel stürzen bzw.
in Richtung meines eigentlichen Zieles: Kontaktaufnahme mit der
walkingwilligen Dame! Mehr will ich doch da gar nicht *seuftz*

 
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Vorgartenschmuck 11.06.2011

Posted by Nathalie on 11. Juni 2011 in Allgemein

An die Keramik-Erdmännchenherde, die ein paar Häuser weiter neben Keramik-Häschen und Keramik-Schneewittchen und Keramik-Gartenzwergen im Garten sitzt, habe ich mich inzwischen gewöhnt.

Heute bot mir dann ein längerer Spaziergang erstaunliche Einblicke in die deutsche Vorgarten-Idylle.

Am Haus eines Immobilienmaklers sitzen neuerdings rechts und links vom Eingang zwei ca. 1,20 m hohe graue Steindoggen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich mich zwischen den beiden Biestern durchtrauen würde, aber ich will ja eh kein Haus kaufen.

Aber es geht auch harmloser. Igel scheinen immer noch groß im Trend zu sein. In allen Varianten, vom 1,99 Discounter-Igel bis zu gehobenen Kunsthandwerk. Von Holz über Stein bis Terrakotta und Keramik. Bei einem blieb ich stehen und wartete, ob er sich bewegt…war aber doch kein echter.

Ein wettergebeuteltes Terracotta-Eichhörchen sah mich vor einem anderen Haus hilfesuchend an.

An einem Haus stand auf  der Außenfensterbank die wetterfeste Büste einer alten Frau mit Fernrohr vor den Augen. Big-Omma is watching you!

Simple Gartenzwerge scheinen allerdings zunehmend aus der Mode zu kommen…

Es ist übrigens erstaunlich, was in diese handtuchgroßen Vorgärten vor den schmalen Reihenhäusern alles passt. Auf 2×2 Quadratmetern befindet sich die obligatorische Außentreppe zur Haustür und auf ihr mindestens ein Herzlich-Willkommen-Fußabtreter, eine Blumenschale (meist mit Petunien)  und der unvermeidliche Igel, im schlimmsten Fall mit Bürsten auf dem Rücken zum Schuhe reinigen. Rechts und links neben der Treppe eine wahlweise grün oder himmelblau lackierte Holzbank, eine graue Tonne, eine grüne Tonne und eine Papiertonne, ein kleines Blumenbeet, das unbedingt mal wieder gekrautet werden müsste und in dem ein Wetterhahn, wahlweise auch ein buntes Holz-Huhn am Stock steckt und eine weitere Blumenschale.

Ich kann nur jedem raten: Geht mal mit offenen Augen (auf die Vorgärten eurer Nachbarn) durch die Siedlung ;-)

 

 

 

 

 

 

 
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Storys

Posted by Nathalie on 10. Juni 2011 in Allgemein

Inzwischen habe ich noch drei ältere Erlebnisse von mir veröffentlicht. Ihr findet diese komprimiert auch über den Button “Storys” rechts in der Navigationsleiste.

Auf besonderen Wunsch von Martina habe ich dort als erstes den Weinkauf veröffentlicht ;-)

Dazu noch meinen Versuch, eine Jalousie zu kaufen und unsere Erlebnisse bei der Infoveranstaltung einer weiterführenden Schule.

Viel Spaß!

 

 

 

 

 
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Infoveranstaltung (03.06.2008)

Posted by Nathalie on 10. Juni 2011 in Storys

Es gibt Veranstaltungen, die eigentlich niemand braucht, aber zu denen Eltern dann doch anstandshalber hingehen. Zum Beispiel Infoveranstaltungen der weiterführenden Schulen. Für alle, die sich damit nicht auskennen: das ist in etwa wie eine Werbeverkaufsfahrt – nur ohne Heizdecken.

Da mein Sohn im Sommer in die 5. Klasse kommt und sich das Nordstadt-Gymnasium ausgewählt hat (Entscheidungsfindung: *Mama, auf welcher Schule warst du?* – * Nordstadt-Gymnasium * – *Gut, dann geh ich da auch hin*), sind wir also zur Infoveranstaltung um 17 Uhr dort hingefahren.

Als erstes konnten sich die Kinder aus verschiedenenfarbigen Schul-Button einen aussuchen und dann durften wir in der Aula Platz nehmen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch das hauseigene Orchester, das im Gegensatz zu dem dilettantischen Blockflötengedudel der Grundschule im wahrsten Sinne des Wortes wie Musik in meinen Ohren klang. Irritiert hat mich aber, dass das erste Stück die Eurovisionshymne war. Als ich darauf wartete, dass Thomas Gottschalk die Bühne betrat, ging das Orchester aber zum nächsten Stück über: *Fluch der Karibik*.

Tosender Applaus und dann die ersten Ansprachen, Vorstellungen…bla bla bla…

Es folgte ein lausiger Sketch der Theater AG, dem auch nur ein nur müder Beifall folgte.

Als nächstes betraten Neuntklässler mit bunten Schildern an langen Stangen die Aula. Mein Sohn sah mich fragend an: *gegen was demonstrieren die?*. Ich biss mir auf die Unterlippe.

Die anwesenden Kinder wurden dann mit ihren bunten Button den farblich passenden Schildern zugeordnet. Das letzte Schild war dann gleich noch der Lumpensammler, der alle Gören rekrutierte, die sich keinen Button hatten aufdrängen lassen.

Hätte ich auch nur annähernd geahnt, was mich danach – während unsere Kinder auf Besichtigungstour durch die Schule waren -  erwartete, hätte ich mir auch einen Button geschnappt und wäre dem letzten Schild gefolgt.

Wir bekamen einen einstündigen Einblick in das erste Schuljahr und erfuhren, was unsere Kinder erwarten würde. Kritisch betrachtet hätte der Inhalt in eine Viertelstunde gepasst.

Zum Schluss wurden wir aufgefordert, Fragen zu stellen. Dafür standen zwei Schüler mit Funkmikros an beiden Seiten der Aula bereit. Leider gibt es immer wieder Leute, die dann wirklich Fragen haben, während alle anderen schon auf ihren Stühlen rumrutschen und sich nichts sehnlicher wünschen, als endlich den Saal verlassen zu dürfen. Es kamen dann wirklich drei unglaublich dämliche Fragen (intelligente Menschen fragen während so einer Veranstaltung nichts!), die ein irritierter Direktor pflichtschuldig beantwortete.

Wir verließen die Aula und machten uns auf die Suche nach unseren Kindern. Irgendwann stellten wir fest, dass nur die blaue Gruppe – zu der auch mein Sohn gehörte – irgendwo noch verschollen war…

Ich durchstöberte die Infostände (Schülervertretung, Erste-Hilfe Gruppe, Sprachklassen, Textil- und Bastel-AGs) bis er sich angefunden hatte.

Ich traf sehr viele Bekannte dort. Allerdings waren es entweder Eltern auf der Suche nach ihren Kindern oder Kinder auf der Suche nach ihren Eltern. Eine Mutter meinte dann noch zu mir: *Hier war es wenigstens nicht so langweilig wie bei der Info vom Oststadt-Gymnasium* –  Großer Gott, war das da noch schlimmer??  .

Wir nutzten den Bratwurststand noch für ein Abendbrot – es war mittlerweile immerhin fast 19 Uhr – und traten die Heimreise an….

 

 

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