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Meine Nachforschungen in der Familie Maasberg begannen eigentlich schon
Anfang der 80er Jahre. Nach dem in der Einleitung erwähnten Besuch bei
meiner Großtante setzte ich mich mit meiner Oma zusammen. Mein Opa, Karl
Maasberg, war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben, viel zu früh an einem
Herzinfarkt. Wir beschrifteten gemeinsam Ihre alten Fotoalben und trugen
Ereignisse in der alten Familienbibel nach, was sich dann, ein
Vierteljahrhundert später, als Segen für meine Ahnenforschung
herausstellte.
Meine Oma
starb im Februar 1998.
Um dem Familienzweig der Maasbergs zu folgen, verbrachten wir einige Zeit im
Archiv der Landeskirche in Wolfenbüttel. Dort lagern die Kirchbücher von
Salzgitter-Sauingen - dort stammt dieser Familienzweig her. Später zogen
meine Vorfahren nach Neuölsburg, wo mein Opa auch geboren wurde.
Neuölsburg war
damals eine neue Arbeitersiedlung, die man entlang der Fuhse, also praktisch
zwischen dem "alten" Ölsburg und dem Ilseder Hüttengelände, für die vielen
Neuzugezogenen (viele auch aus Schlesien und Ostpreußen) baute, die Arbeit
in der damals aufblühenden
Ilseder Hütte gefunden hatten.
Bei den Frauen der Familie Maasberg/Maaßberg ging der *Trend* offenbar zu
unehelichen Kindern. So war mein Urgroßvater Wilhelm Christian Karl Maasberg
der uneheliche Sohn des Müllermeisters Vahldiek aus Beddingen. Belegt durch
verschiedene Dokumente, die sich aber untereinander widersprechen. Der
angebliche Vater ist zur Zeit der Zeugung 15 gewesen (die Mutter des Kindes
21) - und war vermutlich auch noch kein Müllermeister – das war sein
Vater, der auch das Mündelgeld in Höhe von 60 Mark jährlich an Henriette
Wilhelmine Dorothee Maasberg (die wiederum ihrerseits ebenfalls eine
uneheliches Kind war) zahlte. Ein anderes Dokument des Pastors weist auf den
älteren Bruder des 15-jährigen hin….es bleibt also unserer Spekulation
überlassen, ob nun der 15-jährige, sein Bruder oder der Vater für meinen
Urgroßvater verantwortlich war. Vermutlich wird sich das nie endgültig
klären lassen.
Tragische Schicksalsschläge hatte die Familie Maasberg dann im Verlauf des
letzten Jahrhunderts zu verkraften.
Erich,
der Bruder meines Opas, ertrank im Alter von 7 Jahren 1927 in der Fuhse.
Die Kinder von Karls Halbschwester Elli und ihrem Mann Wilhelm kamen beide
nicht aus dem 2. Weltkrieg zurück. Zwei junge, gut aussehende Studenten.
Heinz (er war Leutnant) fiel 1942 bei Stalingrad, nachdem er sich nur wenige
Monate zuvor mit einer Hannoveranerin verlobt hatte.
Mit Abstand der tragischste Tod ist der seines jüngeren Bruders Günter. Er
wurde in den letzten Kriegstagen von einem Vorgesetzten erschossen, als er
sich weigerte einen Kameraden zu erschießen, der versucht hatte zu
desertieren.
Wilhelm, der Vater der beiden starb nicht viel später und hinterließ
beeindruckende Dokumente: er hatte im ersten Weltkrieg auf der Krim gekämpft.
Feldpostkarten und alte Fotos bilden ein interessantes Bild aus diesen
Tagen.
Mein
Spitzenahn in dieser Linie ist derzeit Johann Levin Heinrich Maaßberg,
geboren am 25. April 1794 in Salzgitter-Sauingen.
Ein Rätsel
sind mir im Moment noch drei Kinder, deren Tod ich den Kirchbüchern von
Ölsburg entnahm. Ihre Namen sind:
Wilhelm
Heinrich Maasberg, verstorben am 19.09.1930 im Alter von 3 Jahren
Helene Ilse
Käthe Maasberg, verstorben am 10.10.1932 im Alter von 10 Jahren
Margarethe
Maasberg, verstorben am 08.11.1932 im Alter von 11 Jahren
Ihr Tod ist
dort ohne Angabe der Eltern oder sonstige Hinweise aufgezeichnet. Ich kann
sie meiner Familie nicht zuordnen und eine weitere Familie Maasberg außer
meiner gab es in Neuölsburg nicht. Auch die Geburten der Kinder erscheinen
dort nicht in den Büchern. Im Moment vermute ich, dass die drei
möglicherweise von Verwandten zu meinen Urgroßeltern oder einer anderen in
Neuölsburg lebenden Familie gegeben wurden.
Wedig
Meine
Urgroßmutter Frieda, die Frau von Christian Karl Maasberg, war eine geborene Wedig. Dieser Zweig war mir der
unbekannteste in meiner Familie. Meine
Urgroßmutter starb bereits 1933, ihr Mann nur zwei Jahre später. Die einzige
Wedig, die ich noch gekannt habe war meine Tante Elli, die von Frieda mit in
die Ehe gebracht wurde und den Geburtsnamen Wedig trug.
Überraschenderweise war es ausgerechnet dieser Zweig, der sich dann am
schnellsten entwickelte durch die Tatsache, dass im Bereich des katholischen
Harsum sehr viele Forscher aktiv sind und mir ihre Stammbäume, soweit sie
meine Familie betrafen, zur Verfügung gestellt haben - insbesondere im
Hinblick auf die Zweige Buerschaper und Linkogel. Hierfür sage ich vielen
Dank!
Eine
Lücke ist noch zu schließen hinsichtlich Friedas Geschwistern und deren
Nachkommen. Hier tappte ich lange im Dunkeln bis ich durch von einer
Nachfahrin erfuhr, dass es ungefähr 12 Kinder gewesen sein müssen...und dass
Wilhelm (der Vater) nach den ersten Kindern mit seiner ganzen Familie
zur evangelischen Kirche wechselte *damit die Kinder nicht immer so weit zur
katholischen Kirche laufen müssen*...auch ein Grund für einen Wechsel der
Konfession!
Ansonsten hatte Wilhelm offenbar einen Hang zum Laissez-faire und so
hieß die eine Hälfte der Kinder nach der Mutter Thiele und der Rest nach dem
Vater Wedig. Es wurde ihm ein gewisser Geiz nachgesagt *der wollte doch nur
kein Geld fürs Umschreiben ausgeben*..
27.09.2009
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